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Weitere Kinder: Missbrauchsfall im Saarland weitet sich aus

missbrauchsfall

Im Missbrauchsfall im saarländischen Saarlouis sollen weitere Kinder betroffen sein. Die Polizei überprüft Verbindungen zu einem Pädophilenring.

Von Michi Jo Standl

Saarbrücken. Vor dem Landgericht Saarbrücken ist seit April der dreißigjährige H.S. aus Saarlouis angeklagt. Der Vorwurf: Er soll vergangenes Jahr in einem Waldstück zwischen Saarlouis-Roden und dem Stadtteil Fraulautern zwei Kinder sexuell missbraucht haben. Die Kinder, ein Mädchen und ein Junge (damals 10 und 11), haben zum vermeintlichen Tatzeitpunkt beide in einer Wohngruppe der Caritas-Einrichtung „Haus Christophorus“ in Saarlouis gelebt. S, soll sie am Hauptbahnhof der Kreisstadt angesprochen haben.

Er soll mindestens drei weitere Kinder missbraucht haben

Nachdem Ermittler erst im Laufe des Prozesses auf dem Smartphone des Angeklagten und einer Festplatte kinderpornographisches Material gefunden haben, weitet sich der Fall aus: Wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken auf Anfrage mitteilte, steht S. im dringenden Tatverdacht des schweren sexuellen Missbrauchs an drei weiteren Kindern im Alter von 10 bis 12 Jahren. Aufgrund der neuen Erkenntnisse wurde ein neues Verfahren eröffnet. Der laufende Prozess ist bis November ausgesetzt.

Polizei überprüft Verbindungen zu Pädophilenring

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, konnten auf Vidoes bereits zwei Kinder identifiziert werden. „Die Ermittlungen hierzu und zu Tatorten dauern an“, so Staatsanwalt Mario Krah. Die Ermittler haben auch Hinweise, dass S. auch im sogenannten Darknet, dem anonymen Teil des Internets, aktiv war. Das könnte auf Verbindungen zu einem Kinderpornoring hinweisen. „Es wird in diese Richtung ermittelt“, erklärt Krah.

Psychiatrisches Gutachten wird angefertigt

Auf Wunsch des Angeklagten selbst wird ein psychiatrisches Gutachten von ihm erstellt. Dieses wird von Dr. Wolfgang Retz, Direktor des Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie der Uniklinik Homburg, gefertigt, liegt aber laut einer Gerichtssprecherin noch nicht vor.

Ermittlungen gegen Caritas-Einrichtung dauern an

Nach einer Anzeige gegen das „Haus Christophorus“ wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Strafvereitelung eingeleitet. Der Vorwurf: Erzieherinnen sollen zwar drei Tage nach dem Missbrauch von den Vorkommnissen erfahren haben, aber die Kinder weder zum Arzt gebracht noch Anzeige erstattet haben. „Die Ermittlungen dazu dauern noch an“, so Staatsanwalt Krah.

Symbolbild: 271 EAK MOTO/shutterstock.com

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3 Comments

  1. Einfach mal die Politikerkaste, Justiz-und Polizei durchforsten. Da wird einiges unter den Teppich gekehrt! Siehe den Mist in Belgien, wo 60 Zeugen verselbstmordet wurden. Hier ist es noch schlimmer!

  2. Nachzuforschen welche Politiker aus dem Saarland NICHT mitgemacht haben, wäre deutlich einfacher für die Strafverfolgungsbehörden. Dass die oberen Chargen der Strafverfolgungsbehörden auch alle ein Parteibuch haben, das stört zwar enorm und verhindert Aufklärung, aber je mehr Fälle ans Tageslicht gelangen, desto weniger kann selbst die Politik diese Skandale unter dem Teppich halten.

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