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Warum Profifußball in der Pandemie wichtig ist

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Lesedauer 3 Minuten

Ein Kommentar von Michi Jo Standl

Der saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Tobias Hans (CDU) kritisierte in einem Interview mit dem SaarlĂ€ndischen Rundfunk (SR) die „Privilegien fĂŒr den Profifußball“. Kinder dĂŒrften nicht Fußball spielen, wĂ€hrend man in der Bundesliga so weitermache, als sei nichts gewesen, so Hans.

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Nein, die Bundesliga macht nicht weiter, als sei nichts gewesen. Nach dem Corona-Schock im FrĂŒhjahr 2020 wurden Spiele abgesagt. Nach dem ersten Durchatmen und sondieren der Möglichkeiten hat  die Task Force Sportmedizin von DFL und DFB ein Hygienekonzept fĂŒr Spieler, Teams, Journalisten und sonstige in den Stadien beschĂ€ftigte entwickelt. Dieses sieht auch vor, dass „an Training und Wettkampf beteiligte Personen auf Covid-19-Ansteckungen in AbhĂ€ngigkeit von der PandemieaktivitĂ€t“ getestet werden. Das Hygienekonzept gilt fĂŒr alle Ligen sowohl bei den MĂ€nnern als auch bei den Frauen.

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Fans wurden aus den Stadien verbannt. Sie mĂŒssen die Spiele vom heimischen Sofa aus verfolgen. Und das ist wichtig. Denn Fußball ist fĂŒr viele eine Ablenkung in dieser schwierigen Zeit, fĂŒr sehr viele. Alleine die Vereine der Bundesliga haben ĂŒber eine Million Mitglieder. Dazu kommen die Fans, die nicht Mitglied sind, und AnhĂ€nger der Vereine in der 2. und der 3. Liga. Fußball ist in Deutschland Volkssport Nummer eins.

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Wir erleben eine harte Zeit. NatĂŒrlich wĂ€re es besser, wenn sich Freizeitkicker sowie auch Kinder zum Bolzen treffen könnten. Es wĂ€re alles besser, wenn es Corona nicht gĂ€be. Solange wir mit der Corona-Pandemie konfrontiert sind, ist aber jeder Kontakt zu ĂŒberdenken. Profispieler gehen allerdings im Gegensatz zu Hobbysportlern ihrer Arbeit nach. Die Möglichkeit zu arbeiten, wurde durch das Hygienekonzept gesichert, wie in großen Unternehmen auch. In Sozialen Netzwerken fragen sich User immer wieder, ob die Spiele in dieser Zeit sein mĂŒssten. Die Spieler hĂ€tten ja ohnehin genug Geld. Darum geht es auch nicht. Fußball ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, wie die vielbedauerte Veranstaltungsbranche auch. Am Profifußball hĂ€ngen ebenfalls viele Jobs. Nicht nur Angestellte der Vereine wie Stadiontechniker und Platzwarte wĂ€ren von einer erneuten Absage von Bundesligaspielen betroffen. Die Bandbreite der Jobs, die am Profifußball hĂ€ngen, reicht von Sportjournalisten, Fotografen und Kameraleuten der ĂŒbertragenden TV-Sender bis zum Kommissionierer, der im Presse-Grosso die Sportzeitschriften fĂŒr den Versand an die LĂ€den vorbereitet. Aber auch Mitarbeiter der werbenden Industrie, die in Stadien und im Fernsehen fĂŒr ihre Produkte wirbt, wĂ€ren betroffen.

Wenn sich alle Menschen im Freizeitbereich an die temporĂ€ren Vorgaben halten wĂŒrden, wĂ€re ein Ende der Pandemie zumindest in Sicht und auch Kinder könnten vielleicht bald wieder Fußball spielen. Die Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Pandemie gelten im Übrigen auch fĂŒr Fußballprofis, wie den FC Bayern-StĂŒrmer Serge Gnabry und den Gladbacher Breel Embolo. Beide sollen laut Medienberichten an VerstĂ¶ĂŸen gegen die Corona-Regeln beteiligt gewesen sein. Wenn die Vorkommnisse so stattgefunden haben, wie sie dargestellt werden, ist das – milde ausgedrĂŒckt – unfair den Fans und dem gesamten Fußball gegenĂŒber. Auch das Hygienekonzept der VerbĂ€nde kann nur mit der Vernunft der Spieler auch im privaten Bereich funktionieren.


Lesen Sie in der Rubrik Crime: PÀdophilie: Die verstörenden Thesen des Angeklagten P.

Michi Jo Standl
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