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Verteidiger Michael Rehberger reichte beim Landgericht Saarbr├╝cken Revision ein. Foto: Standl

Revision nach Missbrauchsurteil: Geschlechtsakt zu kurz?

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Lesedauer 2 Minuten

Nach dem Urteil im Dezember gegen einen 30-J├Ąhrigen wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern hat dessen Verteidiger beim Landgericht Saarbr├╝cken Revision eingereicht.

+++ Update 24. April 2021: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision als unbegr├╝ndet verworfen. Lesen Sie mehr dazu hier. +++

Der Artikel ist auch in Einfacher Sprache verf├╝gbar.

Von Michi Jo Standl

Saarbr├╝cken. Nach der Verurteilung des 30-j├Ąhrigen H. S. zu sieben Jahren und sechs Monaten Gesamtfreiheitsstrafe sowie anschlie├čender Sicherungsverwahrung wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern (K’RUF berichtete) ist Verteidiger Michael Rehberger in Revision gegangen.

Die Jungendkammer I des Landgerichtes Saarbr├╝cken ist davon ├╝berzeugt, dass S. 2019 ein M├Ądchen (10) und einen Jungen (11) in einem Waldst├╝ck in Saarlouis missbraucht hat. Auch dass er sich an dem Jungen sp├Ąter in einer Wohnung vergangen hat, sieht das Gericht als bewiesen an.

Der Saarbr├╝cker Rechtsanwalt Rehberger h├Ąlt die Strafe f├╝r zu hoch. Er fordert die Aufhebung des Urteils und den Fall vor einer anderen Strafkammer neu zu verhandeln. Eine seiner Begr├╝ndungen: Der Missbrauch h├Ątte nur wenige Sekunden gedauert und die Tatfolgen seien nicht im oberen Bereich vergleichbarer Taten angesiedelt.

Au├čerdem vertritt Rehberger die Auffassung, dass die Strafe so hoch angesetzt worden sei, um die Sicherungsverwahrung zu rechtfertigen. Eine der Voraussetzungen, die das Strafgesetzbuch f├╝r eine Sicherungsverwahrung vorsieht, ist eine Verurteilung zu mindestens zwei Jahren Freiheitsstrafe.

Der Vertreidiger betont in der Begr├╝ndung aber auch, dass es sich um schwerwiegende Straftaten handle und mit der Revision keine Verharmlosung bezweckt werde.

Gef├Ąhrdung der Allgemeinheit

Zu der vergleichsweisen hohen Freiheitsstrafe ist es unter anderem gekommen, weil S. in der Vergangenheit schon mit anderen Delikten strafrechtlich in Erscheinung getreten war und durch Straftaten auch Bew├Ąhrungen gebrochen hatte.

Die Sicherungsverwahrung ordnete der Vorsitzende Richter Thomas Emanuel an, weil das Gericht eine Gef├Ąhrdung der Allgemeinheit durch S. sieht. Der psychiatrische Gutachter Prof. Dr. Wolfgang Retz diagnostizierte bei S. eine „nicht ausschlie├čliche P├Ądophilie“. Das hei├čt, dass die sexuellen Pr├Ąferenzen des Verurteilten sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Erwachsenen gelten.

Weiteres Verfahren wegen Kinderpornos

W├Ąhrend S. in der JVA Saarbr├╝cken sitzt l├Ąuft gegen ihn ein weiteres Verfahren wegen des Besitzes von Kinderpornos. Diese sollen sich auf einer Festplatte und dem Smartphone des Beschuldigten befunden haben (K’RUF berichtete). Teilweise soll die Herkunft der Videos unbekannt sein, teilweise soll aber S. selbst bei sexuellen Handlungen mit Minderj├Ąhrigen zu sehen sein.

Michi Jo Standl
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