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Missbrauchsprozess Saarbrücken: Angeklagter will zum Psycho-Doc

Der wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern Angeklagte wünschte sich ein psychiatrisches Gutachten – und bekommt es. Die Hauptverhandlung ist solange ausgesetzt.

Von Michi Jo Standl

Saarbrücken. Zuerst war es ein reiner Missbrauchsfall. Der 30-jährige H. S. aus Saarlouis soll vergangenes Jahr zwei Kinder (damals 10 und 11) missbraucht haben. Am Verhandlungstag am 12. August die Wende: Die Hauptverhandlung wird bis zum 17. November ausgesetzt, die geplanten Termine abgesagt. Der Grund: die auf dem Handy des Beschuldigten gefundenen Kinderpornos. Des weiteren hat sich S. seinem Verteidiger Michael Rehberger anvertraut: Es soll eine Festplatte mit Videos existieren, auf denen der Beschuldigte beim Sex mit Kindern und Jugendlichen zu sehen sein soll (storyrecherche.de berichtete bereits im Vorfeld darüber). Auch Probleme in der Haft sowie Alkohol und Drogen sollen bei der Entscheidung für das freiwillige Gutachten eine Rolle spielen.

Psychiatrisches Gutachten wird erstellt

Der Angeklagte selbst hat offenbar den Wunsch geäußert, mit einem psychiatrischen Gutachter sprechen zu wollen. Das Gericht beauftragt nun Prof. Dr. Wolfgang Retz, Direktor des Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie der Uniklinik Homburg.

Rechtsanwältin Marina Ehrendreich, die eines der Kinder als Nebenkläger vertritt, hat geäußert, dass zu prüfen sei, ob die Voraussetzungen für ein psychiatrisches Gutachten überhaupt gegeben seien. Auf diese Bedenken ist allerdings der Vorsitzende Richter Thomas Emmanuel nicht eingegangen

Alles auf Anfang

Für die neue Hauptverhandlung ab November werden eventuell sogar neue Zeugen oder Zeugen, die schon ausgesagt haben, geladen. Eine erneute Befragung der beiden jungen Opfer will der Vorsitzende Richter vermeiden.

Der Beschuldigte bleibt trotz Aussetzung der Hauptverhandlung in Haft.

Foto: Standl (Symbolbild)

2 Comments

  1. Da versucht mal wieder Einer, das Beste rauszuholen. Denke, dass er große Probleme hat/hätte in einer Haftanstalt. Da wird mit Kindesmissbrauchs-Tätern nicht gerade nett umgegangen. Dem will dieser Verbrecher wohl entgehen.

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