CLAUDIA KORECK

Einmal Welt und zurück

Die Singer-Songwriterin beschreibt die bayerische Szene als weltoffen, aber auch heimatverbunden .

Von Michi Jo Standl

„In der Musik ist es nicht unbedingt notwendig, dass man jedes Wort versteht“, sagt Claudia Koreck. Die bayerische Singer-Songwriterin schreibt und singt ihre Songs – na klar, auf Bairisch. „Ich habe auch im Rest Deutschlands wenig Probleme, dass mich die Menschen verstehen und sich verstanden fühlen“, so die 31-Jährige. Sie lebt in Traunstein zwischen München und Salzburg. Ihr ist es wichtig, dass ihre Botschaft die Leute durch die Musik erreicht. Und mit dieser lässt Claudia ihre Fans tief in ihr Inneres blicken. Die Ideen für die Songs findet sie in der Natur und in ihrer Fantasie oder an einem inspirierenden Ort. „Anfang des Jahres“, erzählt Claudia, „war ich eine Woche in Schweden ganz alleine in einem kleinen Häuschen am Meer. Da habe ich Songs für zwei Alben geschrieben, eines davon wird ein Weihnachtsalbum.“

Zweisprachiges Album

Dass Claudias Musik die Menschen erreicht, zeigte sich schon 2007 mit ihrem Debütalbum „Fliang“, mit dem sie Platz 15 der offiziellen Deutschen Album-Charts erreichte. Vergangenes Jahr erschien bereits ihr siebtes Werk: „Holodeck“. Was wie der Name eines bayerischen Dorfes klingt, beinhaltet in Wahrheit wieder ganz viel Sehnsucht und Fantasie. Der Begriff ist in der fiktiven Star-Trek-Technologie ein Raum, in dem man bestimmen kann, wer man ist und wo man sich befindet.

Diesen Wunsch hat sie sich bei der Produktion des Albums ein bisschen erfüllt. Sie hat zum ersten Mal außerhalb Bayerns produziert, aber nicht etwa in Berlin oder Hamburg. Zusammen mit ihrem Mann Gunnar Graewert, auch ihr Produzent, hat sie sich auf nach Los Angeles gemacht. In einem Tag und einer Nacht spielte sie die Songs ein, unterstützt unter anderem von Gitarrist Robbie Mciontosh, Supportmusiker zum Beispiel von Paul McCartney. Das Ergebnis: Ein zweisprachiges Doppelalbum. Eine CD beinhaltet Lieder auf Bairisch, die andere die gleichen Songs auf Englisch.

Bayern ist megacool“

Viele Menschen verbinden Bayern mit traditioneller Tracht, Volkstanz und Oktoberfest. „Das gehört auch hierher“, sagt Claudia, „aber Bayern ist auch megacool.“ Es hat sich eine junge Musikszene entwickelt, der zum Beispiel auch Bands wie La Brass Banda angehören. Die siebenköpfige Formation verbindet Blasmusik mit internationalen Einflüssen, beispielsweise aus dem Jazz oder dem Funk. Claudia Koreck verkörpert das junge Bayern, das sie so liebt. Obwohl sie gern in der Welt unterwegs ist, kann sie sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Von ihrer Heimat aus will sie die Welt aber weiterhin intensiv erleben und ihre Inspirationen in die Songs einfließen lassen.

on the MOVE – Meininger Magazin

On the MOVE #15 – Seiten 26/27:
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